Kalk im Trinkwasser hat Nachteile, bringt aber auch Gesundheit und Geschmack
Es ist ein schier aussichtsloses Unterfangen. Der tägliche Kampf mit Kalkablagerungen in Kochtöpfen, Warmwasserbereitern oder Waschmaschinen, das Wegrubbeln der Kalkflecken an Sanitäranlagen. Auch die verbrauchten Waschmittelberge plündern geradezu die Portmonees. Und das alles nur, weil das Wasser hart ist.
Das am 9. März 2007 vom Bundesrat verabschiedete neue Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG) formuliert wesentliche Änderungen der Wasserhärte- bereiche. Das betrifft sowohl die Verwendung der Bezeichnungen weich, mittel, hart als auch deren Berechnungsgrundlage (Millimol Calciumcarbonat je Liter). Insofern besteht prinzipiell eine Informationspflicht seitens der Wasserversorgungsunternehmen. Nach § 9 des WRMG müssen die Wasserversorgungsunternehmen ihren Kunden den Härtebereich des von ihnen abgegebenen Trinkwassers mindestens einmal jährlich, ferner bei jeder nicht nur vorübergehenden Änderung des Härtebereichs mitteilen. Unser Trinkwasser ist ein Naturprodukt und steht in einem natürlichen Kreislauf. Insbesondere auf dem Weg durch die einzelnen Bodenschichten bis zum Grundwasserleiter, von weichem es im Bereich des Wasserwerkes über Tiefbrunnenanlagen wieder an die Oberfläche gefördert wird, reichert es sich mit vielen Inhaltsstoffen an. Zu diesen gehören auch die Härtebildner Calcium und Magnesium. Die für alle verbindliche Trinkwasserverordnung lässt die "Härte“ des Wassers zu. Diese ist ein Qualitätsmerkmal unseres Trinkwassers - kein qualitativer Mangel.
Natürliche Bestandteile
Ob das Wasser nun weich, mittel, hart oder sehr hart ist(siehe hierzu die untenstehende Übersicht), ist das Ergebnis der jeweilig vorherrschendengeologischen Bedingungen im Untergrund. Je nach Zusammensetzung der Bodenschichten wird das Grundwasser mit mehr oder weniger Inhaltsstoffen oder auch Mineralien, zu denen auch Calcium und Magnesium gehören, angereichert. Diese mineralischen Bestandteile gehören unverzichtbar zu unserem Lebensmittel Nr. 1 – dem Trinkwasser. Im Versorgungsgebiet des WAV „Panke/Finow“ liegt der Härtebereich des von den Wasserwerken abgegebenen Trinkwassers zwischen 2,1 und 3,9 Millimol Calciumcarbonat je Liter. Das entspricht den auf Waschmitteln, sonstigen Reinigungszusätzen oder auch von Geräteherstellern angegebenen Härtebereichen III und IV.
Doch neben dem Frust bei zu viel Kalk im Wasser haben die beiden Mineralien so ihre Stärken für die menschliche Gesundheit. Knochen, Zähne, Nerven und Muskulatur bauen auf Calcium und Magnesium. Auch im Trinkwasserrohrnetz bewirkt Kalk etwas Positives. In Verbindung mit Eisen und Mangan entsteht eine durchaus gewollte Schutzschicht, die die Rohrleitung vor Korrosion schützt.
Was tun bei zu viel Kalk?
Kesselstein- wie der Kalk volkstümlich genannt wird- bildet sich erst bei Temperaturen über 60°C. Deshalb sollte die Waschmaschine und Geschirrspüler, wenn es möglich ist und die Programme das zulassen, im Bereich unter 60°C laufen. Bei der Dosierung des Reinigungsmittels sollte man sich zunächst an der Untergrenze des Härtebereichs orientieren. Bei unzureichendem Ergebnis kann man immer noch eingreifen.
1,5-2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter - mittelhartes Wasser:
Bernau-Rutenfeld, Bernau-Ladeburg, Bernau- Lobetal, Bernau- Waldsiedlung, Biesenthal, Hellmühle, Rüdnitz, Albertshof
Mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter - hartes Wasser:
Bernau- Friedenstal, Bernau- Nibelungen, Bernau- Birkholzaue, Bernau- Waldfrieden, Bernau- Birkholz, Bernau- Börnicke, Bernau- Schönow, Melchow, Schönholz.
Härtebereich weich: weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht weniger als 8,4°dH)
Härtebereich mittel. 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter(entspricht 8,4 bis 14,0° dH)
Härtebereich hart: mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht mehr als 14,0°dH)