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Energiemarkt

Häufige Fragen

Wir liefern Ihnen die wichtigsten Fragen und Antworten.

(Bearbeitungsstand: 06.10.2022)


Informationen zur Entwicklung am Energiemarkt, Notfallplan Gas

Wie ist die aktuelle Situation am Energiemarkt?

In den vergangenen Wochen und Monaten wird über erheblich steigende Energiepreise berichtet. Die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Gas zahlen müssen, sind in den vergangenen Monaten extrem stark gestiegen. Zeitweise erreichten die Preise für die Beschaffung von Gas nie zuvor gekannte Höhen. Hierzu ein Beispiel: Gegenüber Anfang 2021 haben sich die Gaspreise im Großhandel bis Anfang August 2022 mehr als verachtfacht.

Was sind die Ursachen für die Preisentwicklung?

Ursache für die stark steigenden Großhandelspreise sind verschiedene weltweite Entwicklungen. Bereits im letzten Jahr sind die Preise an den Energie-Börsen stark gestiegen. Ursache war eine weltweit nahezu zeitgleich einsetzende konjunkturelle Erholung nach der Hochphase der Corona-Pandemie. Überall auf der Welt wurden die strikten Lockdowns aufgehoben, was zu einer Erholung der Wirtschaft in vielen Staaten gleichzeitig führte. Dies führte in allen Weltregionen gleichzeitig zu einer erhöhten Nachfrage nach Rohstoffen und ließ die Preise international steigen. Witterungsbedingt gab es zudem eine erhöhte Nachfrage nach Gas. 

Der zweite wesentliche Faktor ist der Angriff Russlands auf die Ukraine. Der Angriffskrieg führt nicht nur zu großen Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten. Die von Russland im Zuge des Krieges stark gekürzten Gaslieferungen verknappen das Gasangebot. Das führt zu stark steigenden Preisen beim Gaseinkauf.

Welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auf die Energieversorgung in Deutschland?

Russland hat am 14. Juni die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 gedrosselt. Seitdem liegt eine Störung der Gasversorgung vor. Weil das zu einer „erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage“ führt, hat die Bundesregierung die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die Alarmstufe, ausgerufen. Nach einer planmäßigen Wartung der Pipeline im Juli liefert Russland jetzt weiterhin reduzierte Mengen. Deshalb hat die Bundesregierung am 21. Juli ein weiteres Energiesicherungspaket vorgestellt: Instrumente für die Versorgungssicherheit werden nachgeschärft und neue Verordnungen sowie Gesetze auf den Weg gebracht. 

Die Versorgung mit Gas ist zwar aktuell gewährleistet, allerdings können die Speicher nicht weiter im geplanten Umfang aufgefüllt werden. Die Lieferkürzungen aus Russland führen dazu, dass die ausgefallenen Erdgasmengen jetzt ersatzweise zu sehr hohen Preisen am Markt beschafft werden müssen. Die Alarmstufe sendet das klare Signal an alle Gasverbraucher, dass jetzt dringend Gas eingespart werden muss. Parallel arbeiten viele Stellen daran, die Versorgungssituation bis zum Ende der anstehenden Heizperiode möglichst gut abzusichern. Um den größten deutschen Erdgasimporteur zu stützen, ist der Bund am 22. Juli mit 30 Prozent bei Uniper eingestiegen. Das Unternehmen war durch die gedrosselten Liefermengen aus Russland wirtschaftlich in Not geraten. In diesem Zusammenhang wurde eine Gas-Umlage angekündigt. 

Warum werden die Gasumlagen jetzt eingeführt?

Die deutliche Kürzung der Gaslieferungen durch Russland betrifft auch die Gasversorgungssicherheit im Winter. Die Bundesregierung hat deshalb mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Dazu gehört unter anderem die drastisch beschleunigte Einspeicherung von Erdgas in die Gasspeicher, aber auch von der Bundesregierung beschlossene Stützungsmaßnahmen für die großen Gasimport-Unternehmen, denen Gaslieferungen aus Russland weggebrochen sind. Sie müssen diese Gasmengen, die einen Teil des Gasbedarfs in Deutschland decken, jetzt in kürzester Zeit zu extrem hohen Preisen nachbeschaffen. 

Zur Finanzierung solcher Maßnahmen hat die Bundesregierung unter anderem die so genannte Gasbeschaffungsumlage und die Gasspeicherumlage neu eingeführt. Die Umlagen werden auf den Gasverbrauch der Haushalte sowie den Verbrauch der Industrie- und Gewerbekunden erhoben.  

Wir sind gesetzlich verpflichtet, die aus diesen Umlagen erzielten Einnahmen vollständig abzuführen, sie verbleiben also nicht in unserem Unternehmen. Details zu den Gasumlagen finden Sie in den weiteren FAQs

Wie ist die Versorgung mit Erdgas in Krisen bundesweit geregelt?

Es gibt ein europäisches Sicherungssystem, das in Deutschland über den „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ greift. Dieser ermöglicht es den deutschen Behörden, in drei Krisenstufen tätig zu werden. 

1. Frühwarnstufe 
2. Alarmstufe 
3. Notfallstufe 

Die Stufen bieten der Bundesregierung verschiedene Möglichkeiten, in die Gasversorgung einzugreifen. Das sind: Rückgriff auf Speicher, Bezug aus alternativen Lieferquellen, Wechsel auf andere Energieträger oder vertragliche Abschaltvereinbarungen mit der Industrie. Erst in der Notfallstufe übernimmt die Bundesnetzagentur das Heft des Handelns und kann Leistungsreduzierungen und die Abschaltung industrieller Abnehmer anordnen. Ziel ist es dann, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden zu versorgen. 

Was ist der Notfallplan Gas?

Der Notfallplan Gas wurde erstmals 2012 vom damaligen Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) aufgestellt und danach alle vier Jahre aktualisiert, zuletzt 2019 in Zusammenarbeit mit der Gaswirtschaft und der Bundesnetzagentur. Es handelt sich dabei um einen rechtlichen Rahmen zur Sicherung der Gasversorgung in Deutschland. 

Der Notfallplan Gas umfasst drei Stufen. Jede Stufe eröffnet Schritte außer der Reihe, um die Gasversorgung lebenswichtiger Einrichtungen und Funktionen zu sichern.

Frühwarnstufe (Frühwarnung): Es liegen konkrete, ernst zu nehmende und zuverlässige Hinweise darauf vor, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage sowie wahrscheinlich zur Auslösung der Alarm- bzw. der Notfallstufe führt; die Frühwarnstufe kann durch ein Frühwarnsystem ausgelöst werden. 

Alarmstufe (Alarm): Es liegt eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vor, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt, der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen. 

Notfallstufe (Notfall): Es liegt eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas, eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine andere beträchtliche Verschlechterung der Versorgungslage vor und es wurden alle einschlägigen marktbasierten Maßnahmen umgesetzt, aber die Gasversorgung reicht nicht aus, um die noch verbleibende Gasnachfrage zu decken, sodass zusätzlich nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen, um insbesondere die Gasversorgung der geschützten Kunden gemäß Artikel 6 sicherzustellen. 

Einen besonders hohen Stellenwert nimmt im Notfallplan Gas die sichere Versorgung sogenannter geschützter Kunden ein. Für Privathaushalte, Krankenhäuser, Gaskraftwerke, die zugleich auch der Wärmeversorgung von Haushalten dienen, sowie andere schützenswerte Einrichtungen soll die Erdgasversorgung möglichst immer gewährleistet sein. 

Was bedeutet die "Alarmstufe" im Notfallplan Gas?

Aktuelle Situation: Am 30. März 2022 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Frühwarnstufe ausgerufen, am 23. Juni 2022 rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Alarmstufe aus.

Die Alarmstufe ist die zweite von insgesamt drei Eskalationsstufen des „Notfallplans Gas BRD“. In der Alarmstufe beobachtet die Bundesregierung in Abstimmung mit Gasversorgern und Betreibern der Gasleitungen und Gasspeicher die Gasversorgungslage genau. Mit der Alarmstufe erhöhen sich die Informationspflichten der Gasnetzbetreiber an die Bundesnetzagentur: Die Unternehmen sind jetzt verpflichtet, engmaschig aktuelle Daten wie Gasfluss, Netzkapazitäten und den Zugriff auf Speicher an die Bundesnetzagentur zu melden. So behält die Politik gemeinsam mit Unternehmen der Energiewirtschaft die Lage genau im Auge. 

Weiterhin kümmern sich Marktakteure weitgehend selbstständig um die Entspannung der Lage. Wenn jedoch die Unternehmen wirtschaftlich stark unter Druck geraten, kann die Bundesregierung tätig werden, um die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Zu den möglichen Hilfen zählen Neuerungen aus dem Energiesicherungsgesetz. Sollte es zu einer schlechteren Versorgungslage, etwa durch einen völligen Lieferstopp der russischen Gaslieferungen kommen, kann die Bundesregierung die dritte Stufe des Notfallplans Gas ausrufen.  

Die Alarmstufe ermöglicht es zudem der Bundesregierung, weitere Schritte einzuleiten: Am 8. Juli hat das Ersatzkraftwerkbereithaltungsgesetz den Bundesrat passiert. Jetzt können Öl- und Kohlekraftwerke aus der Reserve wieder für die Stromproduktion in Betrieb genommen werden. Infolgedessen können frei werdende Gasmengen in die Speicher fließen, anstatt für die Stromerzeugung eingesetzt zu werden. 

Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe für die Versorgungssicherheit?

Die Versorgung ist aktuell weiterhin gewährleistet. Sollte es je zu Engpässen kommen, sind wir gut vorbereitet. Die Tatsache, dass aktuell kaum Gas zum Heizen benötigt wird, hilft uns immens. Wenn eine Verschlechterung der Versorgungssituation eintritt, kann die Bundesregierung die Notfallstufe des Notfallplans Gas ausrufen. Dann übernimmt die Bundesnetzagentur das Heft des Handelns und wird zum „Bundeslastverteiler“. In enger Abstimmung mit den Netzbetreibern kann sie Bezugsreduktionen verfügen. Bestimmte Verbrauchergruppen sind aber besonders geschützt, zu diesen gehören Haushalte, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Gaskraftwerke, die zugleich auch der Wärmeversorgung von Haushalten dienen.


Informationen zu den neuen Gasumlagen

Weshalb kann der Gesetzgeber neue Umlagen mit meinem Gaspreis erheben?

Die gesetzliche Grundlage für die Gasbeschaffungsumlage findet sich im Energiesicherungsgesetz Paragraf 26. Darin ist geregelt, dass die Bundesregierung per Verordnung die Einführung einer Gasumlage bestimmen kann – unter der Voraussetzung, dass in Deutschland eine Störung der Gasversorgung vorliegt; und Unternehmen der Gasversorgung staatliche Unterstützung benötigen, um ihre Aufgaben erledigen zu können. 

Die Speicherumlage ist im Energiewirtschaftsgesetz Paragraf 35 festgelegt. Mit dem Geld werden die Kosten gedeckt, die für das zusätzliche Erdgas zum Befüllen der Gasspeicher anfallen: Wenn die gesetzlichen Füllstandsvorgaben nicht allein durch den Markt erreicht werden, muss Trading Hub Europe (THE) zusätzliche Mengen einkaufen. Als Marktgebietsverantwortlicher ist THE gesetzlich dazu verpflichtet. 

Warum wurde die Gasbeschaffungsumlage gestoppt?

Mit der Gasbeschaffungsumlage (netto 2,419 ct/kWh) wollte der Gesetzgeber den Gasmarkt stabilisieren. Sie sollte auf alle Verbraucher von Erdgas umgelegt werden und zur Rettung angeschlagener Importeure wie Uniper eingesetzt werden. Doch zwei Tage vor ihrem Inkrafttreten hat die Bundesregierung die Gasbeschaffungsumlage zurückgezogen. Denn zwischenzeitlich hatte diese Umlage keine Grundlage mehr: Uniper wurde weitgehend verstaatlicht, andere Importeure erhalten Kapital aus öffentlichen Mitteln.

Was passiert mit dem Geld aus der Speicherumlage?

Die Gasspeicher dienen der Versorgungssicherheit. Im Winter wird deutlich mehr Gas benötigt, als importiert werden kann. Der Ausgleich erfolgt über die eingespeicherten Mengen. Wegen des kalten Winters 2021 waren die Speicher kaum noch gefüllt. Außerdem befand sich der größte europäische Speicher bis vor kurzem im Besitz der Gazprom. Diese hat ihre Speicher überhaupt nicht befüllt. Ziel ist es nun, die gesetzlich vorgegebenen Füllstände zu erreichen. Mit dieser Aufgabe ist die Trading Hub Europe beauftragt. Die Kosten für den Einkauf der erforderlichen Gasmengen werden über die Speicherumlage auf alle Kunden verteilt. Den Mindestwert der Speicherstände hat der Gesetzgeber genau festgelegt: zum 1. September 75 Prozent, zum 1. Oktober 85 Prozent und zum 1. November 95 Prozent.

Die Gasspeicherumlage wurde am 18.08.2022 bekanntgegeben: Sie beträgt 0,059 Cent pro Kilowattstunde netto.

Wie lange wird die Gasspeicherumlage erhoben?

Die Gasspeicherumlage wird vom 1. Oktober bis zum 1. April 2025 erhoben. Die Höhe von 0,059 Cent pro Kilowattstunde netto hat der Gesetzgeber am 18. August 2022 festgelegt, sie wird jedoch regelmäßig überprüft und kann angepasst werden.

Was ist die Bilanzierungsumlage und was hat die mit der aktuellen Gassituation zu tun?

Die Bilanzierungsumlage gibt es schon seit 2015 – sie lag zuletzt bei 0 Cent. Jetzt wurde sie auf 0,57 Cent pro Kilowattstunde netto angehoben. Sie wird für den sogenannten Regelenergieausgleich erhoben. Regelenergie wird im Gasnetz benötigt, um die Differenz zwischen Ein- und Ausspeisungen von Erdgas auszugleichen und damit den Druck stabil zu halten. Alle 12 Monate wird der Betrag vom sogenannten Marktgebietsverantwortlichen, der Trading Hub Europe (THE), neu berechnet und erhoben. Der Betrag deckt die Kosten des Regelenergieausgleichs.

Wann kommt die Gaspreisbremse?

Statt der Gasbeschaffungsumlage wurde als entlastende Maßnahme der Bundesregierung eine Gaspreisbremse angekündigt. Derzeit arbeitet eine Expertenkommission der Bundesregierung an der Ausgestaltung der Gaspreisbremse.

Wie wird die Senkung der Umsatzsteuer auf Gas umgesetzt?

Der Bundestag hat am 30. September eine temporäre Senkung der Umsatzsteuer zur Entlastung der Gaskunden beschlossen. Wirksam ist sie vom 1. Oktober 2022 bis zum 31. März 2024. Der Mehrwertsteuersatz wird damit von 19 auf sieben Prozent reduziert. Die Stadtwerke Bernau geben diese Senkung an ihre Kunden weiter und berücksichtigen sie bei der Jahresrechnung. Der ermäßigte Steuersatz soll auch für die Fernwärme gelten.

Was heißt das für mich als Kundin/Kunde der Stadtwerke Bernau?

Die von der Bundesregierung auf 01.10.2022 angekündigte Gasbeschaffungsumlage (netto 2,419 ct/kWh) muss nun doch nicht von den Stadtwerken Bernau erhoben und abgeführt werden. Dies erfolgt zu Gunsten aller Gaskunden. Alle weiteren Umlagen wie die Gasspeicher- (netto 0,059 ct/kWh) und die Bilanzierungsumlage (netto 0,57 ct/kWh) sind davon nicht betroffen und bleiben bestehen. 

Die angekündigte gesetzliche Umsatzsteuersenkung ab dem 01.10.2022 auf den Verbrauch von Erdgas und Fernwärme berücksichtigen wir bei der Jahresrechnung. 

Ich habe bereits ein Schreiben zu einer Preisanpassung im Gas erhalten. Was passiert jetzt?

Entgegen unserer schriftlichen Ankündigung berechnen wir die Gasbeschaffungsumlage selbstverständlich nicht. 

Wir empfehlen Ihnen ihre Abschlagszahlungen dennoch nicht nach unten anzupassen. Denn an den exorbitant hohen Beschaffungspreisen ändere sich durch den Wegfall der Umlage nichts.


Preise und deren Entwicklung, Entlastungspakete

Warum steigen die Energiekosten für die Verbraucher derzeit so extrem?
  • 24. Februar: Seit Russlands Angriff auf die Ukraine ist die Gasversorgung sehr teuer und unsicher.
  • 30. März: Gazprom kündigt an, nur noch Rubel zu akzeptieren – Habeck ruft Frühwarnstufe im Notfallplan Gas aus.
  • 14. Juni: Preissprung durch die Drosselung der Gasflüsse aus Russland. Nord Stream 1 bringt jetzt deutlich weniger Erdgas nach Deutschland.
  • 23. Juni: Die zweite von insgesamt drei Eskalationsstufen im Notfallplan Gas ausgerufen: die Alarmstufe.
  • 21. Juli: Nach der planmäßigen Wartung von Nord Stream 1 schickt Russland weiterhin weniger Erdgas. Habeck stellt neues Energiesicherungspaket vor.
  • 22. Juli: Scholz kündigt Uniper-Rettung an; die Gasumlage kommt.

Schon im Sommer 2021 hat die Entwicklung eingesetzt:  

  • Die Nachfrage steigt im Sommer schlagartig weltweit aufgrund der wirtschaftlichen Erholung nach den Corona-Lockdowns.  
  • Witterungsbedingt gab es eine erhöhte Nachfrage nach Gas.  
  • Russland lieferte nur die vertraglich vereinbarten Mindestmengen nach Deutschland. Es gab Verwerfungen um die Genehmigung von Nord Stream 2. Jetzt ist das Projekt gestoppt. 
  • Auch die nationale CO2-Bepreisung auf fossile Brenn- und Treibstoffe im Gebäude- und Verkehrssektor trägt zu dieser Entwicklung bei. 
  • Auch auf europäischer Ebene gibt es eine CO2-Bepreisung für Großverbraucher fossiler Energien – das trifft aktuell Gas- und Kohlekraftwerke der Stromerzeugung. Dieser Aspekt ist im Börsenpreis enthalten.  
  • Die Energienetze in Deutschland werden fit gemacht für die Energiewende. Diese Weiterentwicklung der Infrastruktur verursacht Kosten für die Netzbetreiber. Als Netznutzungsentgelte sind die Investitionen als Teil der Verbraucherpreise auf jeder Abrechnung sichtbar.
Rechnen Sie damit, dass sich die Preise für Energie mittelfristig wieder erholen?

Alle Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass Energie in den kommenden Jahren grundsätzlich teurer wird. Energieversorger müssen zu den aktuellen Preiskonditionen für die kommenden Jahre Energie einkaufen. Das wird sich auch im nächsten und übernächsten Jahr auf alle Kundinnen und Kunden auswirken.

Hängen denn Gas- und Strompreise tatsächlich zusammen?

Ja, so ist es! Der Zusammenhang von Strompreis und fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdgas besteht. Beide Energieträger werden aktuell noch zur Stromerzeugung in großen Kraftwerken eingesetzt. Rund die Hälfte des Stroms in Deutschland stammt aus regenerativen Quellen wie Wind, Sonne oder Biomasse. Die andere Hälfte des Stroms stammt aus fossilen Energieträgern. 

Wie kann ich bei meiner Energierechnung sparen?

Die Energiewirtschaft arbeitet im engen Schulterschluss mit der Bundesregierung mit Hochdruck daran die Energieversorgung zu diversifizieren, neue Importquellen zu erschließen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Gleichzeitig müssen wir aber auch effizienter mit der vorhandenen Energie (Strom, Gas, Wärme) umgehen. Jeder Kunde kann hier durch Einspar- und Effizienzmaßnahmen einen Beitrag leisten. Hier finden Sie Tipps und Tricks, wie Sie schnell und einfach im Alltag Energie sparen können oder Maßnahmen, die sich im Haus oder der Wohnung mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen.

Ich kann die steigenden Energiepreise nicht mehr bezahlen. Wie können Sie mir helfen?

Wichtig ist, alle sozialen Möglichkeiten zu nutzen, die der Staat zur Entlastung und Unterstützung zur Verfügung stellt. Wer Geld aus dem Entlastungspaket des Bundes bekommt, sollte dieses unbedingt dafür nutzen, seine Strom- und Gasrechnung zu bezahlen. Auch Beratungsstellen der Stadt oder des Landkreises sollten Kunden bei Zahlungsschwierigkeiten und zur Schuldnerberatung nutzen.

Wer trotzdem in Zahlungsschwierigkeiten kommt, sollte sich frühzeitig bei den Stadtwerken Bernau melden. Es gibt die Möglichkeit einer Ratenzahlungsvereinbarung, die Kunden unter bestimmten Bedingungen abschließen können. 

Oberstes Gebot der Stunde gilt auch hier: Energie sparen!  

Was tut der Staat, um die Verbraucher zu entlasten?

Um Verbraucherinnen und Verbraucher in dieser schwierigen Zeit zu entlasten, hat die Bundesregierung zahlreiche Entlastungspakete geschnürt. Die Wesentlichen haben wir für Sie hier zusammengestellt:   

Entlastungspaket I (Beschluss: 23. Februar 2022) 

  • Wegfall EEG-Umlage
  • Einmaliger Heizkostenzuschuss für Beziehende von Wohngeld und Azubis und Studierende im Bafög-Bezug
  • Höherer Arbeitnehmerpauschbetrag um 200 Euro auf 1.200 Euro (rückwirkend zum 1.1.22)
  • Grundfreibetrag steigt um 363 Euro auf 10.347 Euro (rückwirkend zum 1.1.22)
  • Entfernungspauschale für Fernpendler (ab dem 21. Kilometer) sowie die Mobilitätsprämie steigen auf 38 Cent pro Kilometer (rückwirkend zum 1.1.22)


Entlastungspaket II (Beschluss: 23. März 2022) 

  • Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate vom 1. Juni 2022 bis zum 31. August 2022 (für Benzin reduziert sich der Energiesteuersatz um 29,55 ct/Liter, für Dieselkraftstoff um 14,04 ct/Liter)
  • Einmalige Energiepreispauschale (300 Euro) für alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen
  • Kinderbonus 2022 als zusätzliche Einmalzahlung für Familien von 100 Euro pro Kind
  • Einmalzahlung für Empfänger von Sozialleistungen in Höhe von 200 Euro
  • Einmalzahlung für Empfänger von Arbeitslosengeld 1 in Höhe von 100 Euro
  • Stark vergünstigtes Neun-Euro-Ticket für den ÖPNV


Entlastungspaket III 

  • Informationen folgen sobald der Beschluss vorliegt
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